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Die Wahrheit hinter Mythos Nr. 15: „Wenn man Mangelerscheinungen hat, ernährt man sich zwangsläufig schlecht.“

Willkommen zu Ihrem Ritual, bei dem wir gemeinsam Missverständnisse über Sport, Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel aufklären. Ich bin Amélie und mein Ziel ist einfach: Ihnen zu helfen, besser zu verstehen, um besser zu leisten. Werden Sie zum Profi … und verbreiten Sie das Wort 📣

Wenn ein Bluttest einen Mangel oder eine Unterversorgung aufdeckt, ziehen viele Menschen schnell den gleichen Schluss: Ihre Ernährung muss schlecht sein.

Doch die Realität ist viel nuancierter. Auch wenn eine unausgewogene Ernährung tatsächlich bestimmte Mängel begünstigen kann, ist sie bei weitem nicht die einzige Ursache. Der Bedarf des Körpers, die Fähigkeit, Nährstoffe aufzunehmen, der Lebensstil oder auch bestimmte Lebensphasen spielen ebenfalls eine große Rolle.

Ist ein Mangel also immer gleichbedeutend mit schlechter Ernährung?

Inhaltsverzeichnis

Warum ist dieser Mythos so weit verbreitet?

Die Idee scheint logisch: Da Vitamine, Mineralien und andere Nährstoffe aus unserer Nahrung stammen, würde ein Mangel zwangsläufig bedeuten, dass unser Teller unausgewogen ist.

Obwohl diese Argumentation manchmal zutrifft, fasst sie die gesamte physiologische Realität bei weitem nicht zusammen.

Der Ernährungszustand hängt nämlich von mehreren Parametern ab:

  • die Nahrungszufuhr;
  • der individuelle Bedarf jedes Einzelnen;
  • die Fähigkeit des Organismus, Nährstoffe aufzunehmen;
  • deren Speicherung;
  • deren Nutzung durch die verschiedenen Gewebe.

Eine abwechslungsreiche Ernährung ist unerlässlich, reicht aber nicht immer aus, um eine optimale Versorgung mit allen Nährstoffen zu gewährleisten.

 

Was genau ist ein Mangel?

Von einem Mangel spricht man, wenn ein Nährstoff in unzureichender Menge vorhanden ist, um die normale Funktion des Körpers zu ermöglichen.

Vor einem Mangel gibt es oft eine Phase der Unterversorgung, in der die Reserven allmählich abnehmen, ohne offensichtliche Symptome zu verursachen.

Aus diesem Grund werden bestimmte Unterversorgungen nur bei einer biologischen Untersuchung entdeckt.

 

Ausgewogene Ernährung garantiert nicht immer einen optimalen Ernährungszustand

Selbst bei einer generell ausgewogenen Ernährung können bestimmte Situationen zu einer unzureichenden Zufuhr oder einer geringeren Verfügbarkeit bestimmter Nährstoffe führen.

Mehrere Beispiele veranschaulichen dies:

  • Vitamin D wird hauptsächlich durch Sonneneinstrahlung synthetisiert;
  • Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA werden hauptsächlich durch fetten Fisch zugeführt, der von einem Teil der Bevölkerung kaum konsumiert wird;
  • vegetarisch oder vegan lebende Menschen können eine geringere Zufuhr an Vitamin B12 oder Nahrungs-Kreatin haben;
  • manche Menschen essen wenig magnesium- oder eisenreiche Lebensmittel, ohne dass ihre Ernährung unausgewogen ist.

Eine ausgewogene Ernährung bleibt die Basis, aber sie deckt nicht immer perfekt den individuellen Bedarf jedes Einzelnen.

 

Individuell unterschiedlicher Bedarf

Wir haben nicht alle den gleichen Nährstoffbedarf.

Dieser kann in verschiedenen Situationen steigen:

  • intensive sportliche Betätigung;
  • Wachstum;
  • Schwangerschaft und Stillzeit;
  • Alterung;
  • bestimmte Krankheiten oder Genesungsphasen.

Bei Sportlern können beispielsweise die mineralischen Verluste durch Schwitzen größer sein, während der Energie- und Proteinbedarf mit der Trainingsbelastung steigt.

 

Auch die Nährstoffaufnahme zählt

Die Zufuhr eines Nährstoffs bedeutet nicht automatisch, dass er auch richtig aufgenommen wird.

Die Verdauungsabsorption kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden:

  • bestimmte Verdauungserkrankungen;
  • das Alter;
  • die Einnahme bestimmter Medikamente;
  • Wechselwirkungen zwischen Nährstoffen.

Zum Beispiel wird pflanzliches Eisen im Allgemeinen schlechter aufgenommen als Häm-Eisen, das in tierischen Produkten vorkommt. Umgekehrt verbessert Vitamin C dessen Aufnahme, wenn sie zusammen konsumiert werden.

Der Ernährungszustand hängt also sowohl davon ab, was wir essen, als auch davon, was der Organismus verwerten kann.

 

Die häufigsten Mängel

Einige Mängel sind in der Allgemeinbevölkerung besonders weit verbreitet.

Die häufigsten betreffen insbesondere:

  • Vitamin D, besonders im Winter oder bei geringer Sonneneinstrahlung;
  • Magnesium;
  • Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA;
  • Eisen, insbesondere bei Frauen mit starken Menstruationsblutungen, schwangeren Frauen oder bestimmten Ausdauersportlern.

Die Tatsache, dass sie häufig auftreten, zeigt deutlich, dass sie nicht nur Menschen mit unausgewogener Ernährung betreffen.

 

Sind Sportler stärker betroffen?

Ja, in einigen Fällen.

Training erhöht manchmal den Bedarf oder die Verluste bestimmter Nährstoffe.

Zum Beispiel:

  • Schwitzen führt zu Verlusten an Natrium, Kalium und Magnesium;
  • der Energiebedarf steigt mit dem Trainingsumfang;
  • bestimmte Ausdauersportarten können das Risiko eines Eisenmangels erhöhen;
  • restriktive Diäten zur Gewichtsreduktion können die Zufuhr von Vitaminen und Mineralien reduzieren.

Das bedeutet nicht, dass alle Sportler Mängel aufweisen, sondern lediglich, dass sie besonders auf ihre Ernährung achten sollten.

 

Wie erkenne ich einen tatsächlichen Mangel?

Die Symptome eines Mangels sind oft unspezifisch: Müdigkeit, Leistungsabfall, schlechte Erholung oder verminderte Leistungsfähigkeit können viele Ursachen haben.

Nur eine ärztliche Untersuchung, gegebenenfalls ergänzt durch Laboranalysen, wenn dies relevant ist, kann einen Mangel bestätigen.

Es ist daher ratsam, eine Selbstdiagnose oder eine systematische Supplementierung ohne Grund zu vermeiden.

 

Haben Nahrungsergänzungsmittel ihren Platz?

Nahrungsergänzungsmittel ersetzen niemals eine ausgewogene Ernährung.

Sie können jedoch eine sinnvolle Lösung sein, wenn der Bedarf schwer zu decken ist oder wenn eine Unterversorgung festgestellt wird.

Je nach Situation können beispielsweise bestimmte Ergänzungsmittel dazu beitragen, die Zufuhr von Folgendem zu ergänzen:

  • Vitamin D;
  • Omega-3-Fettsäuren;
  • Magnesium und andere Mineralien;
  • Eisen, nur wenn von einem Arzt empfohlen.

Ziel ist es immer, eine qualitativ hochwertige Ernährung zu ergänzen und nicht zu ersetzen.

 

Was man sich merken sollte

Nein, ein Mangel ist nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass man sich schlecht ernährt. Er drückt vor allem ein Ungleichgewicht zwischen dem Bedarf des Körpers, der Nahrungszufuhr und der Fähigkeit zur Nährstoffverwertung aus.

Der Bedarf variiert je nach Alter, körperlicher Aktivität, Lebensstil oder bestimmten physiologischen Situationen. Deshalb können zwei Personen mit ähnlicher Ernährung einen unterschiedlichen Ernährungszustand aufweisen.

Die beste Strategie ist nach wie vor eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung, wobei zu beachten ist, dass einige Nährstoffe manchmal besondere Aufmerksamkeit erfordern können. Wenn ein Mangel bestätigt wird oder der Bedarf erhöht ist, kann ein geeignetes Nahrungsergänzungsmittel, zusätzlich zu einem guten Lebensstil, seinen Platz finden.